Artikel zur Petition im Nordkurier

Die 2500er Grenze der Online-Petition ist grade überschritten und langsam kommt die Presse mit ins Boot. Nachdem viele Greifswalder schon über den Fleischervorstadtblog (oder Flyer in den Kitas) von der Petition erfahren haben, weitet sich jetzt mit dem Artikel im Nordkurier vom 24.11. der Verbreitungsgrad merklich aus:

Wir sind optimistisch, dass dieser Artikel die Petition auch über Vorpommern hinaus publik macht und die Zahl der Unterzeichner noch mal deutlich zunimmt. Dieser Effekt wird natürlich noch verstärkt werden, wenn jetzt noch andere Zeitungen dazu kommen. Wir arbeiten dran!

Konferenz zu früher Bildung in Berlin

Bund und Ländern haben sich in Berlin geeinigt zukünftig eine höhere Qualität in der Kinderbetreuung zu gewährleisten. Außerdem soll die Finanzierung zwischen Bund, Ländern und Kommunen fairer verteilt und dauerhaft sicher gestellt werden.

Die Arbeitsgruppe „Frühe Bildung“ wurde 2014 gegründet und begleitet seitdem den Prozess des Kitaausbaus. Die Gruppe besteht aus Vertretern des Bundesfamilienministeriums, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände.  Die Hauptaufgaben bestehen in der gemeinsam Definition von Handlungszielen sowie einer dauerhaften Sicherung der Finanzierung.

Auf der Konferenz am 14. und 15. November wurde nun der erste Zwischenbericht vorgestellt.  Bundesministerin Manuela Schwesig freut sich über die gemeinsame Qualitätsoffensive von Bund und Ländern und versprach, sich zukünftig für eine gerechtere Verteilung der Finanzierung einzusetzen.  2015 wurden insgesamt über 26 Mrd. € in die Kinderbetreuung investiert, wovon der Bund lediglich 0,5 Mrd. trägt.

Auch auf die Fachkraft-Kind-Relationen wird in dem Zwischenbericht explizit eingegangen, da Studien deutlich zeigen, dass ein günstiges Verhältnis entwicklungsstimulierend und bildungsanregend wirkt. Die Schwellenwerte werden hier mit 1:3 bis 1:4 für unter Deijährige und 1:8 bis 1:9 für drei- bis sechsjährige Kinder angegeben.

Bis Anfang 2017 sollen die Ziele für ein Qualitätsentwicklungsgesetz länderspezifisch konkretisiert werden. Die Gelegenheit unsere Forderungen geltend zu machen!

Die komplette Pressemitteilung findet ihr hier und den Zwischenbericht für die detaillierte Recherche hier.

Auch die Bundeselternvertretung hat zu den Konferenzergebnissen Stellung genommen. Besonders gelobt wird der versprochene Ausbau der Finanzierung von Seiten des Bundes. 

 

Die Petition

Sehr geehrte Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Frau Drese,

bitte verbessern Sie den Betreuungschlüssel in MV auf ein realistisches Niveau – Für Kinder von 3 bis 6 Jahren auf 1:8 und Kinder bis 3 Jahre auf 1:4.

Unterschreiben Sie die Petition hier.

Warum ist das wichtig?

Der Betreuungsschlüssel für Kita-Kinder ist in keinem Bundesland so schlecht wie in MV. Zwischen 3 und 6 Jahren betreut eine einzige Person 15 Kinder. Wie soll das gehen? Ein Beispiel: Die Kinder pullern draußen beim Spielen manchmal noch in Ihre Hosen, wer kann sich dann darum kümmern? Eine Person für 15 Kinder das ist einfach unrealistisch. Das man es schafft, heißt nicht, dass es funktioniert. Kindererziehung ist nicht nur Bewältigung, sondern auch Gestaltung. Die Verbesserung des Schlüssels hebt die Qualität der Betreuung, steigert die Gesundheit und Sicherheit der Kinder und sorgt für weniger Stress und Ausfälle für Fachpersonal und Eltern.

Übrigens: Alle anderen Bundesländer haben bessere Schlüssel, sogar Berlin mit 1:9 (NRW 1:10, Sachsen 1:12). Der bundesweite Durchschnitt liegt pro Vollzeitstelle bei 4,3 ganztags betreuten Krippen- oder 9,3 Kindergartenkindern.
Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt Schlüssel von 1:3 unter drei Jahren und 1:7,5 darüber. Von all diesen Zahlen jedoch ist MV meilenweit entfernt.

Auszug aus „Aktuelle statistische Daten zur Kindertagesbetreuung“:
„Zwischen den Bundesländern geht die Schere beim Personalschlüssel im Kindergartenbereich auseinander. Im Jahr 2015 sind die Unterschiede etwas größer als 2012: Aktueller Spitzenreiter ist Baden-Württemberg (1 zu 7,3), wohingegen in Mecklenburg-Vorpommern fast doppelt so viele Kindergartenkinder pro Erzieherin betreut werden (1 zu 14,1). 2012 lag der größte Qualitätsunterschied zwischen Bremen (1 zu 8,1) und Mecklenburg-Vorpommern (1 zu 14,7).“ Quelle

Wir wissen, dass unsere Forderungen Geld kosten werden. Aber die Argumente dafür liegen auf unserer Seite. Das Land rettet Werften, die wieder pleite gehen, fördert Ferienresidenzen, die nach fünf Jahren insolvent sind. Das Land sollte unser Geld endlich in seine Kinder stecken. Da ist es wenigstens gut angelegt.

Für UnterstützInnen, die mehr wissen wollen:
Aktuelle repräsentative Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Kita-Qualität mit guten Grafiken.

Die Unterschriften werden persönlich übergeben.

Der Anfang

Im Oktober 2016 startet auf Initiative von Eric Wallis die Petition zur Verbesserung der Kinderbetreuung in KiTas in Mecklenburg-Vorpommern.

Als er früher als gewöhnlich in die Kita kam, wurde ihm klar was es bedeutet, wenn eine Erzieherin sich um 14 2-3 jährige kümmert, weil der Schlüssel das nun mal so vorsieht. Da ist es ein riesen Aufwand die ganze Gruppe zum rausgehen fertig zu machen, besonders im Herbst, und wenn draußen ein Kind einnässt (durchaus nicht ungewöhnlich in dem Alter) steht man vor einem Dilemma: Warten oder mit allen Kindern reingehen oder der Kollegin von der anderen Gruppe 13 zusätzliche Kinder überlassen?!

Ein Wunder, dass in dem Rahmen das Meiste irgendwie funktioniert und sogar noch Raum für etwas pädagogische Arbeit bleibt. Im Prinzip aber eine ganz schöne Zumutung für unsere Kinder und auch für die Erzieherinnen und Erzieher.

Derart mit der Realität konfrontiert startete Eric die Petition auf der Online-Platform von Campact. Schnell fanden sich auch weitere Eltern und bildeten ein Team, um die Petition und damit eine Anpassung des Betreuungsschlüssels voran zu bringen.